Die Mietspiegel hat sich bewährt, als ein Instrument der Stabilität bei der Wohnraumpreisgestaltung in Freiburg.
Wir haben während der letzen Jahre über die Richtigkeit, Genauigkeit und Wissenschaftlichkeit des neuen Mietspiegels gestritten. Es ist eine Statistik und statistische Daten sind keine objektiven und unabhängigen Daten, die nur eine Interpretation zulassen.
Der Mietspiegel von EMA ist eine wissenschaftliche Untersuchung zu den ortsüblichen Vergleichsmieten im frei finanzierten Wohnungsbau und wir wollen deren Arbeit hier auch nicht anzweifeln. Es sollte uns aber bewusst sein, dass bei der Verwendung anderer, ebenso wissenschaftlich anerkannter Kriterien bei der Erstellung des Mietspiegels, wir auch andere Ergebnisse erhalten würden. Ein anderer Mietspiegel ist möglich, aber das liegt bei uns.
Wir sollten nicht glauben, dass ein Mietspiegel, der die wissenschaftlichen Kriterien erfüllt darum politisch neutral ist. Wie schon gesagt, Daten sind keine objektiven Wahrheiten: Sie bedürfen immer einer Interpretation.
Die Entscheidung, weg vom Index hin zu einer repräsentativen Stichprobe, ist eine bewusste Entscheidung, um zu hohe Steigerungen der Mietpreise zu vermeiden – und wir begrüßen diese Erkenntnis.
Wir sollten an dieser Stelle aber auch nicht aus den Augen verlieren, dass uns auch noch andere Mittel zur Verfügung stehen, die eine senkende Wirkung auf die Mietpreise ausüben können.
Wir müssen erkennen, dass in Freiburg die Mietpreise in Relation zum Einkommen hoch sind.
Hinzu kommen die in letzter Zeit stark angestiegene allgemeinen Lebenshaltungskosten.
Wir sind zum Wohle unserer Stadt dazu verpflichtet, zumindest zu versuchen, dass die Menschen, die hier leben, dies auch ohne größere Schwierigkeiten können.
Daher sollten wir in Bezug auf die Erstellung eines neuen Mietspiegels einen Schnellschuss vermeiden, und die Kriterien des neuen Mietspiegels genau prüfen und gegebenenfalls modifizieren.
Diejenigen, die uns jetzt zur Eile drängen, sind wohl offensichtlich diejenigen, die den Ernst der Lage nicht erkannt haben. Wir sollten natürlich zügig vorankommen, allerdings dürfen wir auch nicht hinnehmen, dass durch eine überstürzte Aktion ein Qualitätsverlust entsteht, nur um einer mietspiegelfreien Zeit zu entgehen. Eine Möglichkeit, um den Vorgang zu beschleunigen, wäre z. B., mehr Mitarbeiter zu finanzieren. Somit könnte eine größere Stichprobe genommen werden, ohne dass es zu einem erhöhten Zeitaufwand kommt. Das würde allerdings bedeuten, dass der Mietspiegel mehr als die vorgeschlagenen 40.000 € kosten wird.
Am Ende ist es eine politische Entscheidung darüber, wie wichtig es für uns ist, einen fundierten Mietspiegel zu haben. Es geht darum, hier keine Diskussion über die wissenschaftlichen oder rechtlichen Kriterien zu führen – die werden ohnehin erfüllt werden. Es geht darum, dass wir jetzt entscheiden, wie das Zusammenleben in unserer Stadt aussehen soll.