Archiv für Bildung

Freiburger Bildungsbericht

Wir haben einen Bildungsbericht vorliegen, der besagt, dass ein Großteil der Schülerinnen und Schüler, ein Großteil der Lehrerinnen und Lehrer und ein Großteil der Eltern sich in ihrer Schule wohlfühlen bzw zufrieden mit ihrer Schule sind.

Ebenfalls erfreulich ist, dass sowohl die Verwaltung als auch der Gemeinderat sich einig sind, dass wir einen fortlaufenden Bildungsbericht brauchen, um einerseits zu wissen, womit wir zufrieden sein können – wo wir also Stärken weiter stärken sollten oder sich behutsam weiterentwickeln lassen- auf keinen Fall aber, um sich auf ihnen auszuruhen.
Wir brauchen den Bildungsbericht aber auch um andererseits zu wissen, wo wir dringenden Entwicklungsbedarf haben, wo also Handeln und Veränderung angesagt sind.

Um dies sinnvoll tun zu können, reichen uns die Ergebnisse und Untersuchungen dieses Bildungsberichts nicht aus – daher haben wir unseren Antrag gestellt, der Punkte benennt, die wir beleuchtet haben wollen.
Diese Punkte wollen wir betrachten, um feststellen zu können, ob und wo wie dringender Handlungsbedarf und Unterstützungsbedarf besteht.

Dieser Bildungsbericht soll der erste in einer Reihe von Bildungsberichten sein, durch die wir dann die Entwicklung der Freiburger Schul – und Bildungslandschaft beobachten können.

Jetzt aber zuerst zum vorliegenden Bericht:
Es gilt also in der nächsten Zeit dafür zu sorgen, dass die Schulzufriedenheit aller Beteiligten mindestens so hoch bleibt, wenn nicht sogar noch weiter steigt.
Dazu können vor allem die Schulen selbst sorgen – im Zusammenspiel der drei hauptbeteiligten Gruppen Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrerund Erziehungsberechtigte.
Aber auch die Jugendsozialarbeit, Hausmeistereien, Schulsekretariate und die Reinigungskräfte gehören zum Schulleben dazu – hier sind wir als Kommune sogar direkt zuständig, das heißt wir können hier unseren Teil zur Zufriedenheit beitragen.
Dass das nicht durch Kürzungsprogramme sondern über partnerschaftliche Verhandlungen funktioniert, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen.

Die genannten neuen Lernformen, wie zum Beispiel „durch eigenes Tun lernen“ oder „in Gruppen arbeiten“, die so neu eigentlich auch nicht sind, können durch geeignete Räumlichkeiten unterstützt werden – auch hier sind wir als Kommune in der Pflicht – und wir sind durch Sanierungsprogramme großenteils auf einem guten Weg.

Die Demokratisierung der Schule ist offensichtlich noch teilweise in den Kinderschuhen bzw braucht noch einiges an Entwicklungszeit. Hier können wir sicherlich einerseits den Gesamtelternbeirat mit ins Boot holen. Er weiß, ob Unterstützungsmöglichkeiten durch die Stadt gebraucht werden – wie zum Beispiel gezieltere Fortbildungen für interessierte Eltern, die sich ein Engagement im Elternbeirat überlegen.

Aber auch die SchülerInnenmitverwaltungen gehören gestärkt – zumindest an den Schulen, an denen die Schülerinnen und Schüler mit ihren Mitsprachemöglichkeiten nicht zufrieden sind.
Vermutlich lässt sich da durch gezielte Fortbildungen für die SMV-VerbindungslehrerInnen über das Regionale Bildungsbüro etwas machen.

Bei der Gesunden Schule enthält die Vorlage schon einiges an Ideen – die meisten aber in Richtung Ernährung. Gesunde Schule ist aber auch die bewegte Schule – hier sind die Schulhöfe, die ja zum Teil mit dem erwähnten Programm umgestaltet werden, eine wichtige Unterstützung – aber das reicht nicht aus.

Bei den Bildungschancen für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund müssen wir einen deutlichen Schwerpunkt legen,
das ergibt sich eindeutig aus dem Bericht.
Dies gilt, obwohl Herr Lehmann von den beruflichen Schulen ja zu Recht nicht müde wird zu erwähnen, dass viele dieser Jugendlichen den Hauptschulabschluss oder andere weiterführende Abschlüsse an den beruflichen Schulen erwerben.
Dies ist beruhigend, dass nicht die ganz große Zahl ohne jeglichen Abschluss ihren Weg ins Leben gehen muss. Und es ist auch beruhigend, dass viele Schülerinnen und Schüler ihren im allgemeinbildenden Schulsystem erworbenen Abschluss in den beruflichen Schulen verbessern können.
Darauf dürfen wir uns aber absolut nicht ausruhen – es sollte für viel mehr Kinder mit Migrationshintergrund selbstverständlich sein in unserem immer noch viel zu gegliederten und selektiven Schulsystem auch eine Realschule oder ein Gymnasium besuchen zu können – und sich für diese Abschlüsse nicht mit viel Kraft- und Zeitaufwand nachqualifizieren zu müssen.

Es bleibt also viel zu tun – auch aufgrund dieses ersten Schrittes in Richtung Bildungsberichte für die Stadt Freiburg.
Wir werden die Umsetzung konstruktiv begleiten und sind gespannt auf die Diskussion unseres Antrag im Fachausschuss.

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Versäumnisse in der Freiburger Bildungspolitik

Wir haben den Bildungsbericht 2008 vorliegen, der etliche Lücken und Versäumnisse der Freiburger Bildungspolitik aufzeigt. So müssen wir uns dringend um die Kinder und Jugendlichen sorgen, die bisher in unserer Stadt leider viel zu oft auf der Strecke bleiben – indem sie schon vor dem Schulbesuch von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen wurden oder am Ende ihrer Schullaufbahn ohne Abschluss den Weg in ihre Zukunft schaffen müssen. Die Arbeit der beruflichen Schulen fehlt in diesem Bericht, deswegen fehlt hier auch die Zahl derer, die ihren Abschluss dort nachholen.

Den Missständen werden wir nicht mit der – begrüßenswerten – Sprachförderung, die jetzt in Freiburg ausgeweitet wird, abhelfen können. Dazu braucht es mehr: Ein Schritt in die Richtung wäre zum Beispiel der schnelle und vollständige Ausbau der Jugendsozialarbeit. Leider kam unser diesbezüglicher Antrag während der Haushaltsverhandlungen nicht an den Fraktionen B90/Die Grünen und CDU vorbei. Wir werden aber ohne finanzielle und strukturelle Änderungen die Situation der Kinder und Jugendlichen, die derzeit benachteiligt sind, nicht verbessern können. Es sei dafür kein Geld da, darf als Argument nicht gelten. Es ist und bleibt alles eine Frage der Prioritäten.

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rede zum schulmittelfonds

Wir sind in Freiburg mittlerweile sensibler geworden,

wenn es um die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen aus finanziell schwächeren Familien geht.

Das ist sehr gut so, auch wenn wir noch lange nicht dort angelangt sind, wo die Chancen für alle Kinder, egal aus welcher Familie sie kommen, die gleichen sind.

Die Vorlage sieht vor, dass Kinder, die neu in die Schule kommen, einen Betrag in Form von Gutscheinen zur Verfügung gestellt bekommen, mit dem ihre Grundausstattung für den Unterricht eingekauft werden kann.

Wichtig ist uns aber auch, dass nicht nur die Kinder, die neu in die Schule kommen, Möglichkeiten erhalten mit vollständigem und funktionsfähigem Material in ein neues Schuljahr zu starten, sondern dass diese Möglichkeit

für alle Kinder und Jugendlichen besteht.

Und wir meinen für alle – und nicht nur für die Kinder und Jugendlichen

bis Klasse 10, wie es die Vorlage vorsieht.

Da wir hoffen, dass auch möglichst viele Kinder aus finanziell schwächeren Familien die Möglichkeit haben, weiterführende Schulen zu besuchen, wollen wir diesen Betrag auch den Jugendlichen zur Verfügung stellen, die länger als 10 Jahre lang die Schule besuchen können – und wollen.

Von daher begrüßen wir die Vorlage sehr, freuen uns über die breite Zustimmung für unseren interfraktionellen Antrag,den wir mit den Unabhängigen Listen gestellt haben, auch die Schülerinnen und Schüler bis Klasse 12 oder 13 zu berücksichtigen.

Damit tritt die Vorlage dem Thema Chancengleichheit für alle Kinder und Jugendlichen einen Schritt näher.

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haushaltsrede

Wir sind hier versammelt, um den neuen Haushalt für die nächsten zwei Jahre zu verabschieden. Wenn man die beiden Haushalte von 2007/2008 und 2009/10 miteinander vergleicht, kann man fast nicht glauben, dass diese nur 2 Jahre auseinanderliegen. Die  kommunalen Steuereinnahmen haben sich zwar verbessert, aber das allein erklärt nicht alles. Die nächsten zwei Jahre sind für die Politik in der Stadt Freiburg sehr wichtig: Es wird nicht nur nächstes Jahr ein neuer Gemeinderat gewählt, wir haben auch die Möglichkeit, 2010 einen neuen Oberbürgermeister zu wählen. Und der vorliegende Haushalt ist der letzte vor diesen beiden – politisch wichtigen – Ereignissen. Dieser Haushalt ist so gesehen ein Wohlfühl-Haushalt.

Wir können sicher sein, dass wir uns in einer Weltfinanzkrise befinden. Daher gibt es absolut keinen Grund für eine Entwarnung. Wir wissen zwar nicht, wie es sich auf uns auswirken wird, aber dass es sich auf uns auswirken wird, ist nicht zu vermeiden. Und dass es knapper mit den Finanzen wird und wir keine Hilfe von Bund oder Land zu erwarten haben, ist auch klar.  Das zu leugnen und zu hoffen, dass die Wahlen vorbei sind bevor es spürbar wird, ist unverantwortlich.
Ein Haushalt ist eigentlich eine finanzielle Bestätigung von der allgemeinen Politik der Stadt.

Die Hauptfrage, die sich mit diesem Haushalt stellt, ist:Wohin mit unserer Stadt?

Wir sind aus dem Grund nicht einverstanden mit diesem Haushalt, weil wir mit der allgemeinen politischen Richtung der Stadt nicht einverstanden sind. Wir finden es nach wie vor wichtig, in Menschen zu investieren. Früher haben wir gesagt, Freiburg sei eine offene Stadt: Das wollen wir wieder über Freiburg sagen können.

Auch wir finden es wichtig und gut, dass Freiburg eine Umwelt-Stadt ist: Daher lehnen wir die Planung teurer Straßenbau-Projekte ab. Besonders dann, wenn diese wenig Chancen auf Umsetzung haben, wie z.B. der Stadt-Tunnel. Eine Stadt, die über genügend Mittel verfügt, zwei Millionen zur Planung eines umweltschädlichen Stadt-Tunnels zur Verfügung zu stellen, aber nicht mal genügend Geld dafür erübrigt, einen vernünftigen Mietspiegel auszuschreiben, lässt eine Schieflage in der Prioritäten-Setzung erkennen.

Wir sehen auch die Notwendigkeit, für stabile Finanzen zu sorgen. Wir brauchen dementsprechend Konzepte und Planungen, die erkennen lassen, wo wir hinsteuern wollen und die deutlich machen, in welche Richtung die Entwicklung von Freiburg gehen soll. Wir denken, dass die Entwicklung vom Panik-Haushalt vor zwei Jahren zum Wohlfühl-Haushalt in diesem Jahr keine gute und gelungene Entwicklung darstellt.

In der Diskussion wird behauptet, es gäbe diejenigen auf der einen Seite, die den Haushalt konsolidieren wollen und diejenigen auf der anderen Seite, die die Steuergelder mit vollen Händen verschleudern wollen. Die Verantwortlichen auf der einen Seite seien die, die vorsorgend an die Zukunft ihrer Stadt und die nachfolgenden Generationen denken. Die anderen seien die, die immer noch bereit sind, das letzte Steuergeld zu verprassen – egal für was.

Dieses Bild stimmt so nicht. Es geht um die Art und Weise, wie Finanzpolitik gemacht wird. Aus unserer Sicht ist die Konsolidierung des Haushaltes ebenso notwendig wie eine weitergehende Finanzierung von Bereichen und Projekten, die keine direkte finanziellen Einnahmen versprechen.

Jeder und jede in diesem Haus will, dass die Stadt Freiburg zahlungsfähig bleibt. Das ist unbestritten. Aber wir müssen uns von einer Vorstellung verabschieden, dass der Wert eines Bereiches daran gemessen werden kann, wie viel Geld wir ihm zuteilen.

Die gemeinderätliche Mehrheit hat den sogenannten „Masterplan“ beschlossen. Das heißt, grob gesagt, dass Mehr-Einnahmen (in diesem Fall die, die über die Planansätze 2007/2008 hinausgehen) zur Hälfte für die Schuldentilgung und zur Hälfte zusätzlich zur Bestandssanierung verwendet werden.

Dieses Jahr ist gut verlaufen. Die zusätzlichen Steuereinnahmen haben der Stadtkasse sehr gut getan, aber der Masterplan bleibt ein ungeprüfter Ritter, der zwar schön anzusehen ist, seine Tauglichkeit allerdings noch nicht unter Beweis stellen musste. Es ist daher viel zu früh, den Masterplan zu bejubeln: Jeder Plan wäre wohl mit diesem Vor-Wahl-Haushalt gelungen. Soweit wir noch die Weltwirtschaftskrise ausblenden, ist alles immer noch in Ordnung. Aber dazu kommen wir später.

Der Masterplan ist ein Finanzplan, der auf den ersten Blick vernünftig, logisch und gut erscheint, aber am Ende doch eine sehr starke politische Richtung annimmt.

Betrachten wir beispielsweise die Schulgebäude für einen Moment nicht als Schulgebäude, sondern nur als Liegenschaften der Stadt Freiburg. Dann ist ihr Zerfall auch gleichzeitig ein Kapitalverlust. Daher ist – rein finanziell – die Schulsanierung ein Erhalt städtischen Kapitals. Wir müssen somit die Sanierung der Schulgebäude nicht lediglich als Wertschätzung der Bildung betrachten, sondern als fundierte Finanzpolitik. Projekte wie dieses sind also größtenteils der Erfüllung des Masterplans und nicht der Bildungspolitik geschuldet.

Wir wollen gar nicht bestreiten, dass wir froh sind, dass die Sanierung von Schulgebäuden angegangen wird. Wir müssen aber trotzdem darauf hinweisen, dass die Gebäude-Sanierung allein noch keine Bildungspolitik macht.

Wir haben im Haushalt Vorschläge zum Bildungsbereich gemacht, z.B. zum schnelleren Ausbau der Jugendsozialarbeit an Schulen wie auch zur Einführung von Bildungsgutscheinen. Es ist verwunderlich, dass so viel Geld „gefunden“ werden kann, um damit Schulgebäude zu finanzieren, aber wenn es darum geht, etwas innerhalb der Schule zu tun, wird bei viel niedrigeren Summen die Knappheit der Finanzen angemahnt.

Warum ist das so, wenn Bildung so hoch gehalten wird? Weil dieser Bereich nicht zum Masterplan gehört. Es ergibt sich aus diesem kein offensichtlicher finanzieller Vorteil.

Wir halten es für äußerst wichtig, dass wir nicht nur in Schulgebäude finanzieren, sondern auch in die Schüler und Schülerinnen. Das Engagement hinsichtlich der Bildung sollte nicht nur dort gemessen werden, wo es dienlich ist, sondern vorwiegend dort, wo es tatsächlich (nur) um Bildung geht. An dieser Stelle möchte ich noch darauf hinweisen, dass es natürlich ungerecht wäre, die Mängel im Engagement für die Bildung seitens der Stadt zu kritisieren, ohne die Landesregierung zu erwähnen, da diese mehr und mehr von den Kommunen fordert, ohne die Kommunen zu unterstützen.

Wir fordern in der Bildung mehr Einsatz auch in den Bereichen, die dem Masterplan nicht dienlich sind: Eine mindestens ebenso große Wertschätzung der Schüler und Schülerinnen wie die der Gebäude-Sanierungen.

Und genau da sehen wir auch den Schwachpunkt des Masterplans: Denn der legt seinen Schwerpunkt auf die Investition in  Brücken, Straßen und Gebäuden, aber nicht in die Menschen.

Wir haben auch Anträge gestellt, um die 10%ige Kürzung in bestimmten Bereichen zurückzunehmen. Z.B. beim Nachbarschaftswerk oder der Spieloffensive in Weingarten. Es ist selbstverständlich nicht so, dass mehr Geld automatisch zu besserer Arbeit führt – allerdings sollte das auch kein Argument sein, um Kürzungen durchzuführen. Um unseren Widerstand gegen die 10%ige Kürzung zu verdeutlichen, muss man zurück zum Anfang dieser Idee:

Die Geburt der 10%igen Kürzung lag in der Debatte zum Stadtbau-Verkauf. Der damals vorherrschende Glauben war der, dass die städtischen Finanzen vor einem kompletten Kollaps standen, dass also die Stadt quasi gezwungen war, die Stadtbau verkaufen zu müssen, um ihre Handlungsfähigkeit beizubehalten. Es gab das Problem, dass der Bevölkerung der Ernst der Lage nicht bewusst werden konnte, da der angenommene finanzielle Kollaps für sie noch nicht spürbar war. Um ein Bewusstsein für die finanzielle Problematik herzustellen, mussten spürbare Maßnahmen ergriffen werden, um die Dringlichkeit des Stadtbau-Verkaufs zu unterstreichen.

Die Vorstellung, dass die Stadt vor dem Haushalts-Kollaps stand, war nicht vorgetäuscht, sondern ehrlich geglaubt. Das führte dann zu ad hoc-Maßnahmen, wie die 10%igen Kürzungen.

Ein Kahlschlag war es nicht, aber durchdacht und notwendig war es am Ende auch nicht. Es hat die politische Umwelt vergiftet und manche Einrichtungen in weitere finanzielle Schwierigkeiten gestürzt. Wir haben im Zuschuss-Bereich erst mal konzeptlos gekürzt und gleichzeitig bei diesem Vor-Wahl-Haushalt manche dieser 10%igen Kürzungen rückgängig gemacht, während wiederum anderen Bereichen neues Geld gegeben wurde. Was uns hier fehlt, ist ein in sich stimmiges Konzept darauf aufbauende Planungen.

Wir haben damals gekürzt, weil die gemeinderätliche Mehrheit glaubte, dass der Haushalt vor dem Kollaps stand – und wir haben jetzt erhöht, weil im nächsten Jahr die Wahl ist. Es ist Zeit, dass wir unsere Zuschuss-Ausgaben an dem Bedarf orientieren und nicht weiterhin ausschließlich an externen Faktoren.
Ich habe am Anfang gesagt, dass wir mit der politischen Linie der Stadt Freiburg nicht einverstanden sind. Und daher können wir mit dem Haushalt auch nicht einverstanden sein.

Wir fordern ein Miteinander und nicht ein Gegeneinander.

Die Forderung eines Miteinanders spiegelt sich auch in unseren Erwartungen an einen Beteiligungshaushalt wider. Der Beteiligungshaushalt unterscheidet sich grundlegend von einer Bürgerumfrage, in der lediglich Mehr- und Minderheiten erfasst werden können und eine Mehrheitsentscheidung angestrebt wird. Der Beteiligungshaushalt ist demgegenüber facettenreicher und das sollten wir uns auch zu Nutze machen.

Unsere Vorstellungen von einem gelungenen Beteiligungshaushalt sind folgende:

Erstens, dass die Verwaltung sich öffnet, so dass die Bürger und Bürgerinnen verstehen können, wozu die Stadt da ist und was diese eigentlich tut, um der Bevölkerung zu dienen.

Dass durch Öffentlichkeitsarbeit ein Interesse und Begeisterung für die kommunale Selbstverantwortung gestiftet wird.

Dass die Bürger und Bürgerinnen in unserer Stadt sich dafür interessieren, was hier getan wird. Dass es ein Ort ist, an den man sich wendet, um Anregungen geben zu können und nicht nur Beschwerden. Es ist unsere Pflicht, die Stadt für ihre BürgerInnen transparent zu machen und wenn wir das nicht schaffen, dann tun wir unsere Arbeit nicht richtig.

Dass sich bemüht wird, alle zu erreichen: Frauen und Männer, alt und jung, Weingärtner wie Ebneter. Usw.

Zweitens, dass dieser Prozess zum Dialog zwischen Bürgern dieser Stadt führt, dass die ihre gegenseitigen Belange nachvollziehen können. Daher finden wir allein die Möglichkeit, sich zu treffen und auszutauschen einen der wichtigsten Aspekte überhaupt dabei. Denn das bedeutet auch: Selbstverantwortung, Andere zu Wort kommen lassen, die Bereitschaft zuzuhören, vertrauen zu schaffen und  zu entwickeln. Durch diesen Prozess kann es möglich werden, dass Entscheidungen verstanden werden und mitgetragen werden können.

Es ist auch unsere Hoffnung, dass der Gemeinderat ebenso etwas daraus lernen kann.

Dieser Prozess sollte nicht als Schön-Wetter-Anliegen gesehen werden. Wir haben Beispiele aufgelistet, wie Politik, die nicht nachvollziehbar ist, spalten und polarisieren kann. Ich habe auch erwähnt, dass die Auswirkung von der Wirtschaftskrise nach Freiburg kommen wird.

Die Wirtschaftskrise ist da und kein Schönreden lässt diese einfach verschwinden.

Wir werden bald mit Entscheidungen umzugehen haben, die mit denen von vor 2 Jahren vergleichbar sind, und wenn wir diesen Bürgerbeteiligungsprozess nicht durchführen, können wir nicht erwarten, dass auch eventuelle unpopuläre Entscheidungen von den Bürgern und Bürgerinnen nachvollzogen werden können. Was wir brauchen, ist nicht eine Machtpolitik, sondern eine Politik des Miteinanders.

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Bildungsgutscheine für Freiburger Kinder und Jugendliche

Die Grüne Alternative Freiburg hat zusammen mit der SPD und den Unabhängigen Listen das Thema Bildungsgutscheine auf die Tagesordnung des Gemeinderats gesetzt.

Anlass dafür ist die Situation von Kindern und Jugendlichen aus finanziell schwachen Familien. Dass sie unhaltbar ist, zeigt sich in allen Bildungsstudien, die in den letzten Jahren durchgeführt wurden.

Die Unterstützung für diese Kinder und Jugendlichen ist in Freiburg derzeit nicht ausreichend.

„Obwohl die Bildung eigentlich in der Kompetenz und Verantwortung des Landes liegt, können wir diese Situation nicht einfach weiter so hinnehmen.“, sagt Stadträtin Monika Stein.

Der gegenwärtige ALG II Regelsatz für Kinder und Jugendliche ist deutlich zu niedrig. Auch aufstockende Familien und Familien mit niedrigem Einkommen sollten Bildungsgutscheine in Anspruch nehmen können. Bildungsgutscheine senken einfach gesagt die Kosten für außerschulische Bildung über das Angebot der Freiburg Card hinaus. Dies bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, günstige bis kostenlose Angebote wahrzunehmen und stärker am kulturellen, sportlichen und gesellschaftlichen Leben in der Stadt teilzuhaben. Stadtrat Coinneach McCabe sagt: „Es ist wichtig, dass alle die Möglichkeit haben, sich frei zu entfalten – unabhängig vom finanziellen Spielraum ihres Elternhauses.“

Das Thema erscheint auf der Tagesordnung der ersten Gemeinderatssitzung des neuen Jahres. Dies geschieht, nachdem der Haushaltsantrag der Grünen Alternative Freiburg von der Mehrheit des Hauptausschusses abgelehnt worden war. „Aber wir sind optimistisch, dass die Gemeinderatsmehrheit überzeugt werden kann, für diese sinnvolle Investition in die Chancengleichheit Geld in die Hand zu nehmen“, sagt Monika Stein. Damit soll eine Einführung von Bildungsgutscheinen konzeptionell geprüft und vorbereitet werden, um diese möglichst bald verwirklichen zu können.

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