Archiv für Finanzen

Eissporthalle: Grundsatzbeschluss muss konsequent umgesetzt werden

Verantwortung für die verschleppte Sanierung liegt bei der Stadt

Geld muss wirksam eingesetzt werden

Am 6. April haben die GemeinderätInnen der Grünen Alternative Freiburg der Sanierung der Eissporthalle für 2,6 Mio€ nicht zugestimmt. „Diese Entscheidung war unpopulär, aber wir müssen mit unseren Finanzmitteln verantwortlich umgehen, und dass dieses Thema mehr Beratung als die eingeräumten vier Tage benötigt, war offensichtlich“, sagt Monika Stein.

Die Franz-Siegel-Halle ist Eigentum der Stadt und ist an den EHC Freiburg verpachtet. Sie ist, wie viele der städtischen Gebäude, seit längerer Zeit sanierungsbedürftig. Der Gemeinderat hat in einer Sondersitzung im April beschlossen, dass die Franz-Siegel-Halle für 2,6 Mio€ saniert werden soll.

Der Eilbeschluss war von der Verwaltung durchgedrückt worden, damit die Wölfe ihre Lizenz beantragen können. „Um klar darauf hinzuweisen: Die Entscheidung war eine Grundsatz – Entscheidung, dass wir in Freiburg nicht nur eine Eissporthalle wollen sondern auch, dass dort Profi- Sport betrieben wird, sonst hätten wir den Beschluss nicht so übereilt treffen müssen“, so die beiden StatdrätInnen.

In der Stadt gibt es viele Bereiche, in denen ein Sanierungsstau existiert „Es besteht jetzt Unmut, dass dieses Projekt durchgezogen wird statt eines der vielen anderen. Wenn dieses Geld dennoch in den Sand gesetzt wird, herrscht ein noch größeres Unverständnis darüber.“, so Coinneach McCabe.

Es ist die Meinung der Grünen Alternative Freiburg, dass wenn eine Entscheidung getroffen ist, sie konsequent umgesetzt werden muss. Der Gemeinderat hat beschlossen, professionellen Eissport in unserer Stadt zu erhalten. 2,6 Mio auszugeben und den Profi-Eissport dennoch nicht möglich gemacht zu haben wegen etwa 80.000-150.000 € wäre ein Affront gegenüber allen anderen auf Sanierung wartenden Maßnahmen und gekürzten Einrichtungen dieser Stadt. Das ist dem Steuerzahler wirklich nicht zu vermitteln.

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Eissporthalle

Dass die Eissporthalle marode ist, ist nichts neues. Aber plötzlich braucht man eine Sondersitzung und innerhalb von vier Tagen seit Erscheinen der Vorlage wird ein Beschluss gefasst. So schnell muss es sein, damit die „Wölfe Freiburg“ ihre Spiellizenz beantragen können. Daher genehmigt der Gemeinderat 2,6 Mio. für die Instandhaltung. Eigentlich kostet die Dachreparatur sowie flankierende Maßnahmen 1,9 Mio., aber die Regierung sieht die Chance, ein paar Dinge in dem Paket zu verstecken.
Jahrelang hat die Stadtregierung ihre Bauwerke verfallen lassen. Jedes Bauprojekt übertrifft mehrfach den ursprünglichen Kostenvoranschlag. Dazu kommt die städtische Finanzlage, die angeblich so marode sein soll wie die städtischen Bauwerke. Geld fehlt für Beratungsstellen, Schulsozialarbeit usw.. Weiterhin soll z.B. bei Flüchtlingen und Obdachlosen eingespart werden. Die Regierung, die den Bauwerkverfall erlaubt und die Finanzlage schwarzgemalt hat, sollte daher mehr Verständnis dafür haben, dass es schwer ist, innerhalb von vier Tagen 2,6 Mio. zu genehmigen.
„Wahlkampf“ war auch einer der Vorwürfe, die während der Gemeinderatssitzung gemacht wurden. Wir sollten nicht vergessen, dass viele nicht wählen und wenn man sich dieses Beispiel anschaut, muss man sich fragen, ob das wirklich eine Überraschung ist.

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Stadt fordert jetzt auch transparenten Umgang mit Finanzen


Geld von Lehman fehlt immer noch


Die zugesicherte Rückkehr des bei Lehman angelegten Geldes nach Freiburg, terminiert für Ende Januar, blieb bisher aus. Obwohl es angekündigt war, ist es noch nicht geschehen und unklar bleibt, wann die Stadt wieder über das Geld verfügen wird. Letztes Jahr hatte die städtische Kämmerei, nach einer Fehleinschätzung, über 47 Millionen Euro an die sehr stark angeschlagene Lehman Brothers Bank überwiesen.

Jetzt fordert Oberbürgermeister Dieter Salomon bessere Öffentlichkeitsarbeit und mehr Transparenz von der Bafin (bekannt ist das letzte Mal in einem Brief am 17.11.2008).

„Diese Ironie kann nicht unbemerkt bleiben. Ausgerechnet Dieter Salomon beschwert sich über Informationspolitik und mangelnde Transparenz anderer“, konstatiert Stadträtin Stein.

Nachdem innerhalb der städtischen Verwaltungskreise klar war, dass die Stadt vorübergehend fast 50 Millionen verloren hat, kam keine unaufgeforderte Information vom Oberbürgermeister oder seinem Kollegen, dem Finanzbürgermeister Neideck. Zudem waren wichtige Informationen über eine veränderte städtische Anlagepolitik nur in einem Nebensatz erwähnt worden und nirgendwo in einer Vorlage zu finden.

Stadtrat McCabe bemerkt dazu: „Es ist begrüßenswert, dass die Stadtkämmerei ihr Fehlverhalten eingesehen hat und eine Änderung in ihrer Anlagepolitik zeigt.“ Und weiter: „Ich kann den Ärger gut verstehen, den es auslöst, wenn man über wichtige Angelegenheiten nicht informiert wird. Aber man hofft, dass hier vielleicht etwas Reflexion stattfindet und Schlussfolgerungen über das eigene Verhalten gezogen werden.“

Nachdem es zu Kritik wegen der Informationspolitik und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt gekommen war, ist der Oberbürgermeister wieder ausfallend geworden. In einem Fernseh-Interview hatte das Stadtoberhaupt seinen Kritikern in beleidigter und beleidigender Art Unwissenheit vorgeworfen, anstatt die Lage, in der sich die Stadt befand, sachlich zu erklären.

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haushaltsrede

Wir sind hier versammelt, um den neuen Haushalt für die nächsten zwei Jahre zu verabschieden. Wenn man die beiden Haushalte von 2007/2008 und 2009/10 miteinander vergleicht, kann man fast nicht glauben, dass diese nur 2 Jahre auseinanderliegen. Die  kommunalen Steuereinnahmen haben sich zwar verbessert, aber das allein erklärt nicht alles. Die nächsten zwei Jahre sind für die Politik in der Stadt Freiburg sehr wichtig: Es wird nicht nur nächstes Jahr ein neuer Gemeinderat gewählt, wir haben auch die Möglichkeit, 2010 einen neuen Oberbürgermeister zu wählen. Und der vorliegende Haushalt ist der letzte vor diesen beiden – politisch wichtigen – Ereignissen. Dieser Haushalt ist so gesehen ein Wohlfühl-Haushalt.

Wir können sicher sein, dass wir uns in einer Weltfinanzkrise befinden. Daher gibt es absolut keinen Grund für eine Entwarnung. Wir wissen zwar nicht, wie es sich auf uns auswirken wird, aber dass es sich auf uns auswirken wird, ist nicht zu vermeiden. Und dass es knapper mit den Finanzen wird und wir keine Hilfe von Bund oder Land zu erwarten haben, ist auch klar.  Das zu leugnen und zu hoffen, dass die Wahlen vorbei sind bevor es spürbar wird, ist unverantwortlich.
Ein Haushalt ist eigentlich eine finanzielle Bestätigung von der allgemeinen Politik der Stadt.

Die Hauptfrage, die sich mit diesem Haushalt stellt, ist:Wohin mit unserer Stadt?

Wir sind aus dem Grund nicht einverstanden mit diesem Haushalt, weil wir mit der allgemeinen politischen Richtung der Stadt nicht einverstanden sind. Wir finden es nach wie vor wichtig, in Menschen zu investieren. Früher haben wir gesagt, Freiburg sei eine offene Stadt: Das wollen wir wieder über Freiburg sagen können.

Auch wir finden es wichtig und gut, dass Freiburg eine Umwelt-Stadt ist: Daher lehnen wir die Planung teurer Straßenbau-Projekte ab. Besonders dann, wenn diese wenig Chancen auf Umsetzung haben, wie z.B. der Stadt-Tunnel. Eine Stadt, die über genügend Mittel verfügt, zwei Millionen zur Planung eines umweltschädlichen Stadt-Tunnels zur Verfügung zu stellen, aber nicht mal genügend Geld dafür erübrigt, einen vernünftigen Mietspiegel auszuschreiben, lässt eine Schieflage in der Prioritäten-Setzung erkennen.

Wir sehen auch die Notwendigkeit, für stabile Finanzen zu sorgen. Wir brauchen dementsprechend Konzepte und Planungen, die erkennen lassen, wo wir hinsteuern wollen und die deutlich machen, in welche Richtung die Entwicklung von Freiburg gehen soll. Wir denken, dass die Entwicklung vom Panik-Haushalt vor zwei Jahren zum Wohlfühl-Haushalt in diesem Jahr keine gute und gelungene Entwicklung darstellt.

In der Diskussion wird behauptet, es gäbe diejenigen auf der einen Seite, die den Haushalt konsolidieren wollen und diejenigen auf der anderen Seite, die die Steuergelder mit vollen Händen verschleudern wollen. Die Verantwortlichen auf der einen Seite seien die, die vorsorgend an die Zukunft ihrer Stadt und die nachfolgenden Generationen denken. Die anderen seien die, die immer noch bereit sind, das letzte Steuergeld zu verprassen – egal für was.

Dieses Bild stimmt so nicht. Es geht um die Art und Weise, wie Finanzpolitik gemacht wird. Aus unserer Sicht ist die Konsolidierung des Haushaltes ebenso notwendig wie eine weitergehende Finanzierung von Bereichen und Projekten, die keine direkte finanziellen Einnahmen versprechen.

Jeder und jede in diesem Haus will, dass die Stadt Freiburg zahlungsfähig bleibt. Das ist unbestritten. Aber wir müssen uns von einer Vorstellung verabschieden, dass der Wert eines Bereiches daran gemessen werden kann, wie viel Geld wir ihm zuteilen.

Die gemeinderätliche Mehrheit hat den sogenannten „Masterplan“ beschlossen. Das heißt, grob gesagt, dass Mehr-Einnahmen (in diesem Fall die, die über die Planansätze 2007/2008 hinausgehen) zur Hälfte für die Schuldentilgung und zur Hälfte zusätzlich zur Bestandssanierung verwendet werden.

Dieses Jahr ist gut verlaufen. Die zusätzlichen Steuereinnahmen haben der Stadtkasse sehr gut getan, aber der Masterplan bleibt ein ungeprüfter Ritter, der zwar schön anzusehen ist, seine Tauglichkeit allerdings noch nicht unter Beweis stellen musste. Es ist daher viel zu früh, den Masterplan zu bejubeln: Jeder Plan wäre wohl mit diesem Vor-Wahl-Haushalt gelungen. Soweit wir noch die Weltwirtschaftskrise ausblenden, ist alles immer noch in Ordnung. Aber dazu kommen wir später.

Der Masterplan ist ein Finanzplan, der auf den ersten Blick vernünftig, logisch und gut erscheint, aber am Ende doch eine sehr starke politische Richtung annimmt.

Betrachten wir beispielsweise die Schulgebäude für einen Moment nicht als Schulgebäude, sondern nur als Liegenschaften der Stadt Freiburg. Dann ist ihr Zerfall auch gleichzeitig ein Kapitalverlust. Daher ist – rein finanziell – die Schulsanierung ein Erhalt städtischen Kapitals. Wir müssen somit die Sanierung der Schulgebäude nicht lediglich als Wertschätzung der Bildung betrachten, sondern als fundierte Finanzpolitik. Projekte wie dieses sind also größtenteils der Erfüllung des Masterplans und nicht der Bildungspolitik geschuldet.

Wir wollen gar nicht bestreiten, dass wir froh sind, dass die Sanierung von Schulgebäuden angegangen wird. Wir müssen aber trotzdem darauf hinweisen, dass die Gebäude-Sanierung allein noch keine Bildungspolitik macht.

Wir haben im Haushalt Vorschläge zum Bildungsbereich gemacht, z.B. zum schnelleren Ausbau der Jugendsozialarbeit an Schulen wie auch zur Einführung von Bildungsgutscheinen. Es ist verwunderlich, dass so viel Geld „gefunden“ werden kann, um damit Schulgebäude zu finanzieren, aber wenn es darum geht, etwas innerhalb der Schule zu tun, wird bei viel niedrigeren Summen die Knappheit der Finanzen angemahnt.

Warum ist das so, wenn Bildung so hoch gehalten wird? Weil dieser Bereich nicht zum Masterplan gehört. Es ergibt sich aus diesem kein offensichtlicher finanzieller Vorteil.

Wir halten es für äußerst wichtig, dass wir nicht nur in Schulgebäude finanzieren, sondern auch in die Schüler und Schülerinnen. Das Engagement hinsichtlich der Bildung sollte nicht nur dort gemessen werden, wo es dienlich ist, sondern vorwiegend dort, wo es tatsächlich (nur) um Bildung geht. An dieser Stelle möchte ich noch darauf hinweisen, dass es natürlich ungerecht wäre, die Mängel im Engagement für die Bildung seitens der Stadt zu kritisieren, ohne die Landesregierung zu erwähnen, da diese mehr und mehr von den Kommunen fordert, ohne die Kommunen zu unterstützen.

Wir fordern in der Bildung mehr Einsatz auch in den Bereichen, die dem Masterplan nicht dienlich sind: Eine mindestens ebenso große Wertschätzung der Schüler und Schülerinnen wie die der Gebäude-Sanierungen.

Und genau da sehen wir auch den Schwachpunkt des Masterplans: Denn der legt seinen Schwerpunkt auf die Investition in  Brücken, Straßen und Gebäuden, aber nicht in die Menschen.

Wir haben auch Anträge gestellt, um die 10%ige Kürzung in bestimmten Bereichen zurückzunehmen. Z.B. beim Nachbarschaftswerk oder der Spieloffensive in Weingarten. Es ist selbstverständlich nicht so, dass mehr Geld automatisch zu besserer Arbeit führt – allerdings sollte das auch kein Argument sein, um Kürzungen durchzuführen. Um unseren Widerstand gegen die 10%ige Kürzung zu verdeutlichen, muss man zurück zum Anfang dieser Idee:

Die Geburt der 10%igen Kürzung lag in der Debatte zum Stadtbau-Verkauf. Der damals vorherrschende Glauben war der, dass die städtischen Finanzen vor einem kompletten Kollaps standen, dass also die Stadt quasi gezwungen war, die Stadtbau verkaufen zu müssen, um ihre Handlungsfähigkeit beizubehalten. Es gab das Problem, dass der Bevölkerung der Ernst der Lage nicht bewusst werden konnte, da der angenommene finanzielle Kollaps für sie noch nicht spürbar war. Um ein Bewusstsein für die finanzielle Problematik herzustellen, mussten spürbare Maßnahmen ergriffen werden, um die Dringlichkeit des Stadtbau-Verkaufs zu unterstreichen.

Die Vorstellung, dass die Stadt vor dem Haushalts-Kollaps stand, war nicht vorgetäuscht, sondern ehrlich geglaubt. Das führte dann zu ad hoc-Maßnahmen, wie die 10%igen Kürzungen.

Ein Kahlschlag war es nicht, aber durchdacht und notwendig war es am Ende auch nicht. Es hat die politische Umwelt vergiftet und manche Einrichtungen in weitere finanzielle Schwierigkeiten gestürzt. Wir haben im Zuschuss-Bereich erst mal konzeptlos gekürzt und gleichzeitig bei diesem Vor-Wahl-Haushalt manche dieser 10%igen Kürzungen rückgängig gemacht, während wiederum anderen Bereichen neues Geld gegeben wurde. Was uns hier fehlt, ist ein in sich stimmiges Konzept darauf aufbauende Planungen.

Wir haben damals gekürzt, weil die gemeinderätliche Mehrheit glaubte, dass der Haushalt vor dem Kollaps stand – und wir haben jetzt erhöht, weil im nächsten Jahr die Wahl ist. Es ist Zeit, dass wir unsere Zuschuss-Ausgaben an dem Bedarf orientieren und nicht weiterhin ausschließlich an externen Faktoren.
Ich habe am Anfang gesagt, dass wir mit der politischen Linie der Stadt Freiburg nicht einverstanden sind. Und daher können wir mit dem Haushalt auch nicht einverstanden sein.

Wir fordern ein Miteinander und nicht ein Gegeneinander.

Die Forderung eines Miteinanders spiegelt sich auch in unseren Erwartungen an einen Beteiligungshaushalt wider. Der Beteiligungshaushalt unterscheidet sich grundlegend von einer Bürgerumfrage, in der lediglich Mehr- und Minderheiten erfasst werden können und eine Mehrheitsentscheidung angestrebt wird. Der Beteiligungshaushalt ist demgegenüber facettenreicher und das sollten wir uns auch zu Nutze machen.

Unsere Vorstellungen von einem gelungenen Beteiligungshaushalt sind folgende:

Erstens, dass die Verwaltung sich öffnet, so dass die Bürger und Bürgerinnen verstehen können, wozu die Stadt da ist und was diese eigentlich tut, um der Bevölkerung zu dienen.

Dass durch Öffentlichkeitsarbeit ein Interesse und Begeisterung für die kommunale Selbstverantwortung gestiftet wird.

Dass die Bürger und Bürgerinnen in unserer Stadt sich dafür interessieren, was hier getan wird. Dass es ein Ort ist, an den man sich wendet, um Anregungen geben zu können und nicht nur Beschwerden. Es ist unsere Pflicht, die Stadt für ihre BürgerInnen transparent zu machen und wenn wir das nicht schaffen, dann tun wir unsere Arbeit nicht richtig.

Dass sich bemüht wird, alle zu erreichen: Frauen und Männer, alt und jung, Weingärtner wie Ebneter. Usw.

Zweitens, dass dieser Prozess zum Dialog zwischen Bürgern dieser Stadt führt, dass die ihre gegenseitigen Belange nachvollziehen können. Daher finden wir allein die Möglichkeit, sich zu treffen und auszutauschen einen der wichtigsten Aspekte überhaupt dabei. Denn das bedeutet auch: Selbstverantwortung, Andere zu Wort kommen lassen, die Bereitschaft zuzuhören, vertrauen zu schaffen und  zu entwickeln. Durch diesen Prozess kann es möglich werden, dass Entscheidungen verstanden werden und mitgetragen werden können.

Es ist auch unsere Hoffnung, dass der Gemeinderat ebenso etwas daraus lernen kann.

Dieser Prozess sollte nicht als Schön-Wetter-Anliegen gesehen werden. Wir haben Beispiele aufgelistet, wie Politik, die nicht nachvollziehbar ist, spalten und polarisieren kann. Ich habe auch erwähnt, dass die Auswirkung von der Wirtschaftskrise nach Freiburg kommen wird.

Die Wirtschaftskrise ist da und kein Schönreden lässt diese einfach verschwinden.

Wir werden bald mit Entscheidungen umzugehen haben, die mit denen von vor 2 Jahren vergleichbar sind, und wenn wir diesen Bürgerbeteiligungsprozess nicht durchführen, können wir nicht erwarten, dass auch eventuelle unpopuläre Entscheidungen von den Bürgern und Bürgerinnen nachvollzogen werden können. Was wir brauchen, ist nicht eine Machtpolitik, sondern eine Politik des Miteinanders.

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Straßenbau für den Umweltschutz

Die Anträge für Änderungen des Haushalts sind jetzt eingereicht. Die GemeinderätInnen werden diese lesen und Prioritäten setzen, d.h. welche Anträge sie als wichtig genug für Unterstützung und Zustimmung und welche sie als nicht wichtig genug beurteilen. Eigentlich ist alles so, wie es sein sollte, wenn man davon absieht, dass die schwarz-bündnis-grüne Mehrheit steht – und die verfolgt ihren „Masterplan“. Anträge werden also im Vorfeld abgesprochen und bei den Sitzungen diejenigen durchgewunken, die der schwarz-bündnis-grünen Allianz zusagen. Natürlich bekommen wir den „Masterplan light“ – schließlich haben wir nächstes Jahr Wahlen.

Aber was ist der Masterplan? Kurz gesagt ist es traditionelle schwarze Politik mit traditionell grüner Begründung. Zum Beispiel: Straßenbau für den Umweltschutz, Mieterhöhungen, um Energie zu sparen, Überwachung für einen sicheren ÖPNV. Es ist zwar auch aus unserer Sicht richtig, dass 60 Mio. € zur Sanierung der Schulgebäude benötigt werden, es ist dennoch nicht einzusehen, dass im Schuletat Geld für Schul- und Jugendsozialarbeit fehlt. Wir sollten uns vor Augen halten, dass das Geld nicht „fehlt“, sondern der Posten nur nicht hoch genug auf der Prioritätenliste angesiedelt ist. Schließlich müssen wir dringender Straßenbau für den Umweltschutz betreiben.

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GAF fordert Aufklärung von OB Salomon

Richtlinien der Stadt müssen überprüft werden

Risikomanagement hat versagt

Die gemeinderätliche Gruppierung Grüne Alternative Freiburg fordert vom Oberbürgermeister vertrauensbildende Maßnahmen bezüglich der 47,3 Mio €, die die Stadt Freiburg bei der Bank Lehman Brothers angelegt hat. „Es existiert hier Erklärungsbedarf wie es geschehen konnte, dass 47 Mio. € bei einer angeschlagenen Firma angelegt wurden“, so Stadträtin Monika Stein.

Die GemeinderätInnen der GAF halten es für notwendig, das Risikomanagement zu überprüfen. Dass das Schicksal von Tochter- und Mutterunternehmen zusammenhängen, ist für jedes Mitglied des Gemeinderats offensichtlich. Daher sollte die Situation des Mutterunternehmens auch das Interesse der Kämmerei wecken. Dass das Mutterunternehmen der Lehman Brothers sehr stark angeschlagen war, war in allen Fachmedien berichtet worden und seit mehreren Monaten bekannt. So wurde zum Beispiel am 28.08.08 Lehman Brothers als „ Wall Street’s most troubled firm“ bezeichnet (New York Times). Am 8. September, demselben Tag, an dem die schon absehbare Verstaatlichung von Fannie Mae und Freddie Mac stattfand (und Lehman seine Talfahrt fortsetzte), hat die Stadt Freiburg 20 Mio. € an die Lehman Brothers überwiesen. Dieser Schritt ist schwer nachvollziehbar. „Die Stadtkämmerei hätte die Lehmann Brothers als hoch riskant einstufen müssen. Dass hier das Risikomanagement versagt hat, ist grob fahrlässig und zeigt Schwächen in diesem Bereich“, so Stadtrat Coinneach McCabe. Besorgniserregend ist auch, dass dies nicht eingesehen wird. Dies deutet auf zukünftige Probleme hin.

Die anderen Fraktionen müssten ihre Aufsichtspflicht wahrnehmen und dürften ein solches Ereignis nicht als alltäglich hinnehmen. Die Stadt Freiburg behauptet, dass sie für nachhaltiges Wirtschaften, soziale Verantwortung und einen schonenden Umgang mit der Umwelt stehe. „Diese Investition widerspricht den Werten, die wir in unserer Stadt vertreten“, so McCabe.

Besonders erstaunlich ist, dass der Oberbürgermeister wieder ausfallend wird. „Statt sich sachlich mit der Kritik auseinander zu setzen, versucht er auch noch, StadträtInnen die Kompetenz abzusprechen“, so Monika Stein. „Die BürgerInnen dieser Stadt haben es verdient, dass erklärt wird, wie es zu so einer Panne kommen konnte. Sie haben mehr verdient als einen Trotzanfall des beleidigten OBs.“

Die letzten Jahre waren in der Stadt Freiburg in Sachen Finanzen sehr turbulent. Dies ist nicht der erste Fall, in dem Kosten falsch eingeschätzt oder finanzielle Fehlentscheidungen getroffen wurden. McCabe folgert „Es stehen weitere unruhige Zeiten vor uns und das Vertrauen zu den Finanzverantwortlichen der Stadt ist sehr stark angeschlagen. Die Verwaltungsspitze hat noch viel Arbeit in diesem Bereich zu leisten.“

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Vertrauen in Bürgermeister Neideck erneut erschüttert

Spekulationen mit Steuergeldern dürfen nicht selbstverständlich sein

Die StadträtInnen der Grünen Alternative Freiburg sind konsterniert über die neuesten “Überraschungen” der Finanzlage der Stadt Freiburg.

Vor zwei Jahren hatte Freiburg die Diskussion um den geplanten Stadtbauverkauf und erst kürzlich den Beteiligungshaushalt. Durch diese beiden Prozesse sollten die Finanzen der Stadt Freiburg komplett durchleuchtet und transparent sein. Trotz dieser höchsten Menge an Offenheit wurde nirgends erwähnt, dass Spekulationen in zweistelliger Millionenhöhe normal sind. Es ist falsch jetzt einfach so zu tun als ob dies selbstverständlich sei.

Dass es zur Normalität geworden ist, mit Steuergeldern zu spekulieren heißt nicht, dass es richtig ist, Stadtrat Coinneach McCabe konstatiert: „Dass Finanzbürgermeister Neideck mit solch riskanten Finanztransaktionen Geld in die Freiburger Kassen bringen wollte, lässt das Vertrauen in seine Zuverlässigkeit schwinden. Zumal es nicht das erste Mal ist, dass eine handwerklich fragwürdige Einschätzung im Millionenbereich bei Herrn Neideck stattfand.“ Schon bei der Haushaltseinschätzung im Jahre 2006 hatte der Finanzbürgermeister noch wenige Tage vor dem Bürgerentscheid eine katastrophale Haushaltslage an die Wand gemalt, um sie direkt nach dem Bürgerentscheid zu entschärfen und überraschend Millionen zu finden.

Die beiden StadträtInnen der Grünen Alternative Freiburg dazu: „Der Finanzdezernent spielt ständig mit dem Vertrauen der BürgerInnen dieser Stadt. Daher fragen wir uns ob die Stadt Freiburg einen Bürgermeister brauchen kann, der das Vertrauen bereits mehrfach verspielt hat.“

Stadträtin Monika Stein fügt hinzu: „Auch der Stadtkämmerer Herr Nussbaumer muss sich fragen lassen ob er auf dem richtigen Posten sitzt, wenn er so riskant mit dem Geld der Freiburgerinnen und Freiburger umgeht.“

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Zuschusskürzungen können den städtischen Haushalt nicht retten

Kommenden Dienstag beginnt die Stadt, ihre Finanzen für die nächsten zwei Jahre festzulegen. In letzter Zeit haben wir am Beispiel der Sanierungsmaßnahmen (Augustinermuseum, Blaue Brücke, Schulbauten etc) gesehen, wie unerwartet sich die Kosten um Millionen in die Höhe schrauben können. Dazu kommen die Millionen, die es kostet, den Platz der Alten Synagoge zuzubetonieren. Zudem gibt es verwaltungsinterne Verrechnungen: Hier werden – wenig transparent – Millionen hin und her verschoben.

Im Rampenlicht wird jedoch nichts anderes stehen als die 10%igen Kürzungen im Sozialen, Kultur und Sport, wo über 20.000€ hier und 5.000€ dort gestritten werden wird. Als Opfer des Masterplans, und um „Gerechtigkeit“ zu bewahren, müssen alle Bereiche leiden. Die schwarz/bündnisgrüne Allianz argumentiert mit der Not der Haushaltskonsolidierung. Die politische Bedeutung dieses Bereichs ist für die Stadt riesig, die finanzielle Auswirkung für den gesamten Stadthaushalt gering. Wer glaubt, dass ein städtischer Haushalt über den Zuschussbereich saniert werden kann, hat sich sehr geirrt.

Die 10%ige Kürzung war damals vorgeschlagen worden, um den Stadtbauverkauf zu untermauern und weil dies abgelehnt worden war, muss nun die Strafe folgen. Mit Haushaltssanierung und politischer Gestaltung hat dies wenig zu tun.

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