Archiv für Fraktionsaustritt

Grünes Licht für Grüne Alternative Freiburg

oder was alles im Begriff grün steckt

Die beiden Freiburger StadträtInnen Monika Stein und Coinneach McCabe arbeiten weiter unter dem Namen Grüne Alternative Freiburg . „Wir finden, dass dies der Name ist, der uns und unsere Politik am besten beschreibt“, so Stadtrat McCabe.

Nachdem der Kreisvorstand von Bündnis 90/Die Grünen angekündigt hat, eine juristische Klage wegen der Nutzung des Etiketts „grün“ in Erwägung zu ziehen, nehmen die beiden StadträtInnen noch einmal genauer Stellung zur Bedeutung dieses Begriffs. „In erster Linie geht es uns dabei um den Inhalt und nicht um ein Etikett. Für uns steht das menschliche Wohlergehen mit Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität im Vordergrund. Dass der Mensch auch Teil der Natur ist, ist für uns selbstverständlich – und damit auch, dass das menschliche Wohlergehen und die Umwelt nicht getrennt voneinander zu denken sind“, so erläutern die beiden StadträtInnen der Grünen Alternative Freiburg.

Stadträtin Stein ergänzt: „Wir verstehen unter grüner Politik die Verbindung von Ökologie, Selbstbestimmung, lebendiger Demokratie und Gerechtigkeit. Wir wollen unsere MitbürgerInnen zu Mitbestimmung und einem kritischen Bewusstsein aufrufen, Bürgerrechte durchsetzen und ein konstruktives demokratisches Miteinander ermöglichen.“

Das ist für uns grün und wer dazu steht ist grün. Wir betreiben nach wie vor grüne Politik. Und darunter verstehen wir ein sehr breites Feld“, sagt McCabe. Er führt weiter aus: „Es ist seltsam, dass einige jetzt behaupten, ein Monopol auf diesen Begriff zu haben.“

Die unterschiedlichen Vorstellungen gegenüber der anderen grünen Fraktion hat die Grüne Alternative Freiburg bereits mehrfach öffentlich erläutert.

Bezogen auf die Pressemitteilungen des Kreisverbandes sagt Stein: „Falls der Vorstand des Freiburger Kreisverbandes Bündnis 90/Die Grünen den Anspruch erhebt, dass durch die Fraktionsgemeinschaft Junges Freiburg/Die Grünen alle Aspekte grüner Politik in Freiburg abgedeckt werden, dann haben sie die Vielfältigkeit des Freiburger grün alternativen Spektrums in all seinen Formen und Facetten unterschätzt.“

McCabe konstatiert abschließend: „Für uns steht grüne Politik für eine selbstkritische Reflektion der eigenen Politik. Leider können wir bei der Fraktionsgemeinschaft Junges Freiburg/Die Grünen eine solche Reflektion trotz der ausführlichen Begründung unseres Fraktionsaustritts nicht erkennen. Dennoch und gerade deshalb bleiben wir in guten wie auch in schlechten Zeiten grün und alternativ.“

Kommentare (1):

Green City braucht neue Blüten

Green City braucht neue Blüten

Austritt aus Partei und Fraktion um Grüne Politik zu betreiben

Nach dem Austritt aus der Fraktion Junges Freiburg/Die Grünen im Freiburger Gemeinderat haben die StadträtInnen Monika Stein und Coinneach McCabe auch ihren Austritt aus dem Freiburger Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen erklärt. „Unter dem Begriff ‚Grün‘ verstehen wir ein sehr breites Spektrum von Politik. Offensichtlich passt das in Freiburg nicht mit unter den Schirm von Bündnis 90/Die Grünen“, so Monika Stein.

Die beiden StadträtInnen hatten ihren Austritt aus der Fraktion Junges Freiburg/Die Grünen am 20. Juni 2008 erklärt. Danach fand am 1. Juli eine Kreisparteiratssitzung statt, bei der sie den Mitgliedern der Partei ihre Gründe für den Austritt darlegten. Bei diesem Treffen wurden zwei Wochen Überlegungszeit vereinbart, um das Verhältnis zwischen den beiden StadträtInnen und dem Kreisverband zu klären. Am Montag Abend (21. Juli 2008.) trafen sich Monika Stein und Coinneach McCabe nun mit dem Vorstand des Kreisverbands und gaben ihren Austritt aus der Partei bekannt. „Es ist uns wichtiger jetzt Politik im Freiburger Gemeinderat zu betreiben als unsere Energie bei fruchtlosen Streitereien innerhalb der Partei zu verbrauchen“, so Stein und McCabe.

Die Trennung von der Fraktion basiert hauptsächlich auf Inhalten und allgemeinen Wertvorstellungen. Der gebürtige Schotte McCabe dazu: „Als jemand, der im Großbritannien der Thatcher-Zeit aufgewachsen ist, ist mir in der Fraktion Politik häufig schwer gefallen. Ständig habe ich gehofft, dass wir mehr tun können als Kürzungen zu beschließen, Repressionspolitik durchzusetzen und die Realisierung von Großprojekten voranzutreiben. Im Endeffekt war das aber nicht der Fall.“ McCabe erläutert weiterhin: „Ich habe vergeblich gehofft, dass – falls wir nicht positiv gestalten können – wir zumindest das Schlimmste verhindern können. Und wenn das auch nicht möglich ist, dass wir dann wenigstens Härten abfedern können.“

Dass es jetzt zu einer Trennung zwischen den beiden StadträtInnen und der Partei gekommen ist, finden beide bedauerlich aber notwendig. „Wir sehen, dass der Kreisverband weiterhin auf die Fraktion, von der wir uns getrennt haben und auf den OB, den wir nicht unterstützen können, setzen wird. Wir wollen und werden dem nicht im Wege stehen.“

Monika Stein und Coinneach McCabe sehen in ihrem Austritt große Chancen. Bereits in die Zukunft gerichtet sagen sie: „Eine konstruktive Zusammenarbeit in politischen Sachfragen können wir uns mit der Fraktion Junges Freiburg/Die Grünen selbstverständlich ebenso gut vorstellen wie mit allen anderen Fraktionen und Gruppierungen des Freiburger Gemeinderates.“

Kommentare (2) »

Begründung des Fraktionsaustrittes von Monika Stein und Coinneach McCabe

Begründung des Fraktionsaustrittes von

Monika Stein und Coinneach McCabe


Wir haben am Montag Abend (21.07.2008.) unser vereinbartes Treffen mit dem Kreisvorstand gehabt, hatten bis dahin eine weitere Entscheidung getroffen, nämlich als konsequenten Schritt auch den Kreisverband Freiburg von Bündnis 90/Die Grünen zu verlassen und fühlen uns daher jetzt in der Lage im Folgenden die Gründe unseres Fraktionsaustrittes genauer darzulegen.

Die Entscheidung die Fraktion Junges Freiburg/Die Grünen nach 4 Jahren zu verlassen ist keine, die leichtfertig gefällt werden kann oder von uns leichtfertig gefällt wurde.
Auch wir sind uns vollkommen bewusst, dass es in der Welt der Politik normal ist, dass man nicht immer bekommt, was man will. Um an politischer Gestaltung Teil haben zu können, müssen Kompromisse getroffen und Abstriche hingenommen werden. Das ist politischer Alltag. Man beteiligt sich nicht an politischer Arbeit um sich wohl zu fühlen.

Wir sind aber jederzeit dafür verantwortlich die Politik, die wir machen oder der wir zustimmen, vor dem eigenen Gewissen zu verantworten. Wenn man feststellt, dass man die eigenen politischen Vorstellungen nicht erfüllen kann, muss man versuchen die Umstände zu ändern, die diesen im Wege stehen. Das haben wir selbstverständlich lange fraktionsintern versucht, waren aber schließlich davon überzeugt, dass dort alle Möglichkeiten und Wege ausgeschöpft waren. Daher standen wir vor der Frage, was der nächste Schritt sein kann. Wir fanden eine Zusammenarbeit mit der Partei dabei natürlich wünschenswert.

Wir wissen, dass manche Parteimitglieder die Situation und die Arbeit in der Fraktion so sehen wie wir. Wir haben uns auch mit verschiedenen Parteimitgliedern, auch Vorstandsmitgliedern, in den letzten Jahren über die Probleme innerhalb der Fraktion beraten. Ebenso haben wir versucht bei einem Streit Parteimitglieder hinzuzuziehen um zu schlichten, was vom Fraktionsvorstand aber abgelehnt wurde.

Wir haben versucht auf unterschiedliche Art und Weise an die Ursachen der Probleme heranzugehen und etwas zu verändern. Dies ist uns nicht gelungen. Es wurden zahlreiche, auch moderierte, Gespräche geführt, und es ist sicher, dass es sich bei den Meinungsverschiedenheiten nicht mehr um Missverständnisse und Kommunikationsprobleme handelt. Also wissen wir, dass das Problem ein grundlegendes ist.

Daher konnte es keine konstruktive Zusammenarbeit mehr geben. Um Missverständnisse zu vermeiden: es gibt absolut nichts, das uns bewegen könnte wieder in dieser Fraktion mitzuarbeiten. Wir haben es lange genug versucht.

Wir haben den Notausgang aus der Fraktion genommen. Die Fraktion wurde über den Austritt 30 Minuten vor Beginn unseres Pressegespräches am 20. Juni 2008 informiert . Der Parteivorstand war nicht informiert. Dies war nicht ganz korrekt und das haben jene Parteimitglieder, die uns oft den Rücken gestärkt haben, uns verständlicherweise übel genommen. Wir haben jedoch die alternativen Optionen abgewägt und uns nicht ohne Grund für diese Variante entschieden.
Trotz allem sind wir beide gern Mitglieder desGemeinderats – es ist für uns mehr als nur ein verpflichtendes Ehrenamt. Wir freuen uns beide, diese Aufgabe weiterhin auszuüben.

Politische Hintergründe des Austritts im Detail
Schattenparker

Der erste wichtige Punkt, an dem es große Meinungsunterschiede innerhalb der Fraktion gab, bezog sich auf den Umgang der Stadt mit den Schattenparkern. Diese Menschen mit einem alternativen Lebensstil waren ohne triftigen Grund monatelang der Obdachlosigkeit ausgesetzt worden. Von der Stadt war eine Pressekampagne lanciert worden, die weder die Tatsachen richtig darstellte, noch Rücksicht darauf nahm, dass BürgerInnen dieser Stadt dadurch ausgegrenzt oder diskriminiert werden könnten. Am Ende stand die Drohung, eine für die WagenburglerInnen inakzeptable Lösung hinzunehmen oder die eigenen vier Wände verschrottet zu sehen. Dass letzteres kein leeres Versprechen war, hatte die Stadt gegenüber den Straßenpunx bereits demonstriert.

Innerhalb der Fraktion war die dominierende Meinung, dass es eigentlich mehr um ein persönliches als um ein politisches Anliegen ginge. Eine Debatte um eine Wagenburg war schon mal geführt worden (in der vorherigen Gemeinderatsfraktion ) und die Mehrheit sah keinen Anlass es neu zu diskutieren. Wir wurden einerseits von der Fraktion beauftragt die Zuständigkeit zu übernehmen erhielten aber keine entsprechenden Kompetenzen – wie z.B. Pressemitteilungen zu formulieren.
Eine Pressemitteilung der Fraktion, vom 31.08.2006 , enthält daher nur Zitate von Maria Viethen und Gerhard Frey. Wir hatten die Nutzung unserer Namen verweigert, weil nach unserem Erachten die enthaltene Information falsch war. Das hatten wir deutlichst kommuniziert.
Wenn Fraktionsmitglieder mit der Zuständigkeit für einen Bereich beauftragt sind, dann sollten sie Gehör finden und eine Rolle spielen in der inhaltlichen Gestaltung des Politikbereichs. Sonst kann man es sich sparen, solche Zuständigkeiten zu definieren. Es ist auch eine Herabwürdigung für diejenigen, die sich in diesem Thema engagieren.

Unseres Erachtens war das Thema Schattenparker ein höchst politisches . Die Frage der Akzeptanz und des Raums für alternative Lebensformen hat in der Partei Bündnis 90/Die Grünen eine lange positive Tradition. Die diesbezüglichen Freiburger Probleme hatten nicht zuletzt mit dem grünen OB zu tun. Seine Verwaltung hat drei Monate lang Bauwagen – also die Wohnungen – von Menschen beschlagnahmt, und damit Leute in die Obdachlosigkeit getrieben. Sie hat eine Öffentlichkeitskampagne gegen diese BürgerInnen betrieben, die häufig Unwahrheiten beinhaltet hat (z.B. sollen sie Feuer am Rathaus gelegt haben – es stellte sich heraus, dass an einem Infotisch Kaffee gekocht worden war). Die Stadtverwaltung hatte einen Zuzugstopp für eine Obdachloseneinrichtung (Eselwinkel) verhängt, weil sie hoffte, dass die Schattenparker dort hingeschoben werden könnten. Menschen, die den geschützten Raum des Eselwinkels tatsächlich benötigt hätten, mussten daher direkt neben dem Ort „lagern“, wo sie hinziehen wollten. Deren Wagen (ihre Wohnungen!) wurden auf Anweisung der Stadt Freiburg und unter der Aufsicht des Dezernats I, das Dezernat des Oberbürgermeisters ist, verschrottet. Sie wurden aufgefordert doch einfach stattdessen ein Obdachlosenheim zu nutzen. Den Schattenparkern wurde danach gedroht, dass falls sie diese Lösung nicht annehmen, mit ihren Wagen (ihren Wohnungen) das gleiche geschieht.
Obwohl hier die zwei politischen Kontrahenten die Stadt Freiburg und die Schattenparker waren, wollte die deutliche Mehrheit der Fraktion zu keiner Zeit den Umgang der Stadt mit diesem Thema kritisieren. Die Polizei, die die Aufträge der Stadtverwaltung ausgeführt hat, durfte kritisiert werden, aber nicht diejenigen, die dies veranlasst hatten.
In dieser Zeit fand ebenfalls das alternative Do It Yourself-Festival in Freiburg statt. Im Laufe des Festivals war eine friedliche Aktion, „Reclaim The Streets“, geplant, das von einem immensen Polizeiaufgebot, einem übertrieben heftigen Durchgreifen und einem mehrstündigen Kessel verhindert werden sollte. Wir waren als BeobachterInnen vor Ort. Unser Bericht in der Fraktion rief zwar Betroffenheit angesichts unserer Betroffenheit hervor, als dann aber der Oberbürgermeister aus zweiter Hand die Darstellung des Amtes für öffentliche Ordnung und der Polizei wiedergab, war für öffentliche Reaktionen keine Mehrheit mehr zu bekommen, weil diesen mehr Glauben geschenkt wurde als uns.

Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG)

Die Gemeinderat hat am 29.11.2005 die Gelder für TAG beschlossen um den Ausbau von Kinderkrippen und Kindertagesstätten voran zu treiben.

Uns wurde später berichtet, dass wir wegen Unstimmigkeiten zwischen den Dezernaten III (von Kirchbach, SPD) und IV (Neideck,CDU) die getroffene Entscheidung rückgängig machen sollten. Angeblich waren Gelder im Sozial- und Jugendbereich eingespart worden, um diese Maßnahme zu finanzieren. Das war aber nicht an Neidecks Finanzdezernat weitergemeldet worden. Um Bürgermeister von Kirchbach einen Denkzettel zu verpassen, sollten wir am 1.8.2006 die Entscheidung bezüglich TAG rückgängig machen bzw zeitlich nach hinten verschieben. Unsere Auffassung ist, dass falls der OB mit seinen Bürgermeistern Probleme hat, er auf Moderation setzen sollte anstatt den Gemeinderat zu benutzen um zu zeigen, wer die Macht hat. Wir hatten angekündigt, dass wir nicht mit der Fraktion stimmen werden, weil es keine fachlichen oder finanziellen Gründe für eine Änderung der Entscheidung gab. Zu diesem Punkt gab es fraktionsintern massive Vorwürfe, dass wir dies nur täten um uns als „Gutmenschen“ in der Öffentlichkeit zu zeigen. Bei diesem Thema gab es also nicht nur fachpolitische Differenzen sondern auch einen größeren Dissenz bezüglich der Haltung des Gemeinderates gegenüber der Verwaltung, genauer der grünen Fraktion zum Oberbürgermeister und dem CDU-Bürgermeister Neideck.

Demokratieverständnis
Fraktionelle Abstimmungen am Beispiel des Bürgerentscheids

Während der Diskussion um den Stadtbauverkauf musste sich die Fraktion der Frage des pro oder contra zum Bürgerentscheid auseinandersetzen. Die mehrheitliche Meinung innerhalb der Fraktion war, dass sie von sich aus keinen Bürgerentscheid fordern sollte. Diese Entscheidung haben wir sehr bedauert und an der Fraktion gezweifelt, weil wir weiterhin der Meinung sind, dass Bürgerentscheide ein ur-grünes Thema sind. Nach diesen Diskussionen in der Fraktion waren wir umso überraschter, als eine PM der Fraktion herausgegeben wurde, deren letzte Zeile lautete „Wir werden uns deshalb dafür einsetzen, dass der Gemeinderat selbst die Durchführung eines Bürgerentscheides beschließt.“ Die Fraktion hat aber anschließend nichts unternommen um den Bürgerentscheid einzuleiten oder zu erleichtern.

Auch Coinneach, damals Mitglied des Fraktionsvorstands, war über diesen Meinungsumschwung, der sich in dieser Pressemitteilung zeigte, vor Veröffentlichung nicht informiert.

Umgang im und mit dem Gemeinderat

Das Reizvolle an Kommunalpolitik ist die Möglichkeit mit wechselnden Mehrheiten sehr sachbezogen Entscheidungen herbei zu führen. Dies findet in Freiburg aber mit der faktisch existierenden grün-schwarzen Koalition nicht statt.

.Heraus kommt eine sehr einseitige Politik, da nur das beschlossen werden kann, wofür es eine Schnittmenge dieser beiden Fraktionen gibt. Daneben liegen viele Politkfelder brach.

Die Bereiche Soziales, Kultur und Sport leiden in Freiburg besonders unter der Ausschließlichkeit der grün-schwarzen Zusammenarbeit.

Unsere häufigen Vorschläge diese Situation zu verbessern wurden jedoch immer abgelehnt. Diese Linie existierte schon vor der konfliktreichen Zeit des Bürgerentscheids.

Zum Beispiel erfuhr laut “Der Sonntag” Sozialbürgermeister von Kirchbach aus der Zeitung von dem geplanten Stadtbauverkauf. In grün-schwarzen Kreisen war das inzwischen längst bekannt.

Schlussbemerkung

Im Jahr 2004 sind wir als glückliche und überzeugte Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen in den Gemeinderat eingezogen. Wir haben innerhalb der Fraktion Junges Freiburg/Die Grünen versucht eine Politik zu machen, die den von uns für grundlegend erachteten Leitlinien der ökologischen, emanzipatorischen und sozialen Grundüberzeugungen entsprachen und nicht nur auf die Macht der Stärksten ausgerichtet ist. Dies ist uns in diesem Umfeld leider nicht in dem Maße gelungen, wie wir das erwartet und erhofft hatten. Wir sind der Meinung, dass ein verantwortlicher Umgang mit Macht notwendig ist um nachhaltige Politik zu betreiben. Mit unserer Trennung sowohl von der Fraktion als auch von der Partei wollen wir nun eine konstruktive Rolle im Gemeinderat und für Freiburg übernehmen.

Kommentare (1):

die woche danach

So, es ist jetzt ein paar Tage her seit wir unseren Austritt aus der Fraktionsgemeinschaft Junges Freiburg/Die Grünen angekündigt haben. Wir möchten uns erstmal bedanken für alle Rückmeldungen die wir erhalten haben, positive wie gemischte als auch negative. Diese Rückmeldungen haben uns gezeigt, dass es richtig war diese Debatte anzufangen. Abzugspunkte für die Art und Weise der Ankündigung geben wir zu. Es war nicht die feine Art, und obwohl es der Arbeitsweise entspricht, die wir leider gewöhnt waren, kann es dadurch nicht legitimiert werden. Also: Entschuldigung an alle, die sich dadurch überrumpelt fühlten.

Der Grünen-Teil der verbliebenen Fraktion hat sich jetzt auch zu Wort gemeldet (einen Dank an den Weiterleitenden) und ist jetzt auch auf deren Webseite zu lesen, einen Link gibt es auch auf dieser Seite (Junges Freiburg hatte sich schon geäußert).

Wir werden soweit wie möglich versuchen erstmal nicht darauf zu antworten. Aber wenn wir direkt angesprochen oder eingeladen werden, werden wir auch unsere Meinung dazu äußern. Der Grund, warum wir versuchen zu schweigen, ist, dass der Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen nächste Woche am Dienstag eine mitgliederöffentliche Sitzung des Kreisparteirats (d.h. keine Presse oder sonstige Nicht- Mitglieder) organisiert. Und wir fühlen uns in der Verantwortung, zuerst dort eine Erklärung ab zu geben. Nochmal danke an alle, die geholfen haben und die ihre Meinung gesagt haben.

Viele Grüße

Monika und Coinneach

Schreibe einen Kommentar

Es gibt neue Pressemitteilungen von Bündnis 90/Die Grünen und Junges Freiburg

Schreibe einen Kommentar

mehr dazu….

Schreibe einen Kommentar

Reaktionen auf Pressemitteilung

Es gibt schon die ersten Reaktionen auf unsere Pressemitteilung:

Bleibt zu warten wie sich die Fraktionsgemeinschaft Junges Freiburg / Die Grünen verhält…

Schreibe einen Kommentar

Pressemitteilung

Eine Fraktionsgemeinschaft muss auf Gemeinsamkeiten und Respekt beruhen.

Monika Stein und Coinneach McCabe verlassen die Fraktionsgemeinschaft Junges Freiburg/DIE GRÜNEN.

Beide bleiben Mitglieder des Freiburger Gemeinderats.

Gemeinsame Schnittmengen und gegenseitiger Respekt sind nicht mehr vorhanden.

Neuanfang als Grün Alternative Liste.

Nach vier Jahren Mitgliedschaft in der Fraktionsgemeinschaft Junges Freiburg/Die GRÜNEN haben Monika Stein und Coinneach McCabe die Fraktionsgemeinschaft verlassen.

Beide sagen „es waren sehr harte vier Jahre mit mehr Tiefs als Höhen und am Ende fühlen wir uns einfach nicht mehr durch die Fraktion vertreten oder respektiert.“

Beide StadträtInnen haben erstmalig bei der Kommunalwahl 2004 den Einzug in den Gemeinderat geschafft. Sie wurden über die Liste Bündnis 90/DIE GRÜNEN gewählt, die damals 13 Stadtratsmandate erreichte. „Mit der Politik von Bündnis 90/DIE GRÜNEN fühle ich mich immer noch verbunden und ich kann immer noch das damalige Wahlprogamm vertreten, aber die jetzige Fraktionsgemeinschaftspolitik ist soweit davon entfernt, dass ich mich nicht mehr wie in einer grünen Fraktion fühle“, so Stadträtin Monika Stein.

In den letzten vier Jahren gab es zahlreiche Themen, die für die beiden StadträtInnen schwierig waren. Es geht aber nicht nur um die Themen sondern auch um den Politikstil.

„Die gegenwärtige Freiburger gemeinderätliche Politik ist durch Grabenkämpfe gekennzeichnet. Darüber, wer das begonnen hat, kann man streiten aber eine Menge Öl haben wir in der Fraktion Junges Freiburg/die Grünen im vollem Bewusstsein ins Feuer gegossen“, sagt Coinneach McCabe. Diese polarisierte Politik, sehen die beiden StadträtInnen, ist nicht nur eine Last für die GemeinderätInnen sondern für die gesamte Stadt.

„Eine Bereitschaft sich aus dieser Falle zu lösen, war in der Fraktion JF/Die Grünen nicht vorhanden.“

Der von beiden kritisierte Politikstil war nicht nur gegenüber den anderen Fraktionen sondern war auch innerhalb der eigenen Fraktion spürbar. „Nicht-konforme Meinungen wurden mit unsachlichen Argumenten abgebügelt allein um dem OB die Treue zu erweisen.“ Dass die Fraktion aus machtpolitschen Gründen fachlich falsche Entscheidungen trifft, erwies sich für die beiden StadträtInnen als nicht weiter tragbar.

„Die Schulsanierungen und das 1€-Mittagessen für die Kinder aus finanziell schwachen Familien sind selbstverständlich Maßnahmen, die wir komplett unterstützen können. Aber dies reicht nicht aus um die Waagschale wieder ins Gleichgewicht zu bringen“, so Coinneach McCabe.

Stadträtin Stein und Stadtrat McCabe erwarten für sich von diesem Schritt, durch ihre Unabhängigkeit besser für Themen einsetzen zu können, um die Grundrechte zu schützen und ökologische und soziale Politik in Freiburg einzufordern.

Kommentare (6) »