Archiv für Kultur

Für eine offene Stadt mit offenen Plätzen, auch nach 23 Uhr

Freiburg ist bekannt für seine öffentlichen Plätze, die allen Menschen als Lebensorte und Treffpunkte dienen. Diese waren ein Zeichen für den Freiburger Lebensstil.

Leider hat sich Freiburg über die letzten Jahre stark verändert. Das Dreisamufer ist bebaut, im Bermudadreieck gibt es das Alkoholverbot, auf dem Augustinerplatz herrschen neue Regelungen und die Sternwaldwiese ist umgebaut und mit neuen Restriktionen versehen usw.

Diese Einzelmaßnahmen, hinter denen kein Gesamtkonzept steht, haben die Wirkung, dass die Plätze unserer Stadt keine offenen Treffpunkte mehr sind. Zwar hat niemand die Absicht, jüngere und nicht-zahlungskräftige Menschen aus der Innenstadt zu vertreiben, aber genau das geschieht dadurch. Wer in Freiburg nach 23 Uhr Gesellschaft sucht, muss in einer Gastwirtschaft sitzen. Wer sich das nicht leisten kann, soll nach Hause gehen.

In vielen anderen Städten lässt sich zudem beobachten, dass eine unbelebte Innenstadt nicht nur unattraktiver, sondern auch unsicherer wird.

Wir brauchen daher für Freiburg ein Gesamtkonzept, das die Bedürfnisse der Menschen berücksichtigt und das besondere Flair unserer Stadt erhält.

Kommentare (1):

Unwürdiger Umgang mit der NS-Vergangenheit

Es gibt viele Beispiele für die Enteignung jüdischer Bürger und Bürgerinnen im Dritten Reich bzw. für die Zwangsverkäufe ihres wertvollen Eigentums zu lächerlichen Preisen.
In Freiburg wie in Deutschland insgesamt herrscht unter DemokratInnen klare Einigkeit, dass diese Zeit thematisiert und aufgearbeitet werden muss. Hierbei ist die Anerkennung der eigenen Schuld sowie der Umgang mit dieser von besonderer Bedeutung. Eine ernstzunehmende Aufarbeitung verliert nie aus dem Blick, wer die Opfer dieser Zeit waren und sind. Ebenso wenig verliert sie nie die Frage aus den Augen, wer von den Umständen dieser Zeit profitiert hat.
Das Otto Dix Gemälde, das im Museum für neue Kunst in Freiburg hängt und sich im Besitz der Stadt befindet, ist als aktuelles Beispiel für den Zwangsverkauf zu sehen. Und hier zeigt sich auch die Ernsthaftigkeit und Konsequenz im Umgang mit der NS-Vergangenheit. Es ist offensichtlich, dass die Herausgabe des Gemäldes bzw. die Auszahlung der Erbin einen großen Verlust für Freiburg bedeuten wird. Die Stadt hatte für das auf 1,5-2,5 Mio. Euro geschätzte Bild eine halbe Million Euro angeboten, was deutlich unter dem geschätzten Wert liegt.
Es ist beschämend zu sehen, wie unsere Stadt reagiert, wenn es darum geht, ihr zwar unwissentlich, dennoch unrechtmäßig erworbenes Eigentum zu schützen.

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